Autobiografie einer Hausangestellten

112 Seiten. Fester Einband. Auflage: 40 Exemplare.

Prägendes Ereignis für N. war die Flucht der Familie aus Schlesien in die Bundesrepublik. Sie landete in Westfalen, wo sie viele Jahre als Hausmädchen für eine wohlhabende Unternehmersfamilie arbeitete. Nachdem die Kinder „aus dem Haus“ und auch der Hausherr gestorben war, blieb sie ihrer Dame treu und pflegte sie bis zu ihrem Tod. Zeit ihres Lebens spielte die alte Heimat eine große Rolle. Ein Besuch in Polen in den achtziger Jahre half dabei, über den Schmerz des Verlustes hinwegzukommen.

Ich hatte ein längeres Gespräch mit der Dame in ihrem Haus. Ich fuhr morgens hin und abends wieder zurück. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir uns auch länger unterhalten, aber auch in diesem Fall gab es ausreichend Stoff für eine Autobiografie. Mir wurde deutlich, welche Ereignisse das Leben der Dame prägten und wie sie zu den Ansichten gekommen ist, die sie heute hat. Mir ist klargeworden, dass der Verlust der Heimat auch Jahre später noch eine offene Wunde sein kann. Auch wenn ich nicht in allem einer Meinung bin, bin ich dankbar für die Erzählung, die in dieser Weise sicherlich zig-fach erzählt werden kann, aber aus dem Munde eines Menschen einzigartig ist. Unten im Bild sieht man ein Dorf aus Schlesien, das natürlich nicht identisch mit dem Heimatdorf meiner Gesprächspartnerin ist.

Der Ort Sienna (dt. Heudorf) im Glatzer Schneegebirge. Foto: Jacek Halicki / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0