Herausfinden, wie es war

Waren Sie früher auch manchmal genervt, wenn Sie sich schon wieder die alten Geschichten von Großmutter oder Großvater anhören mussten? Sie haben weggehört, weil Sie Wichtigeres zu tun hatten.

Oder in Ihrer Familie wurde überhaupt nicht über die Vergangenheit geredet. Warum eigentlich nicht? Gibt es da etwas, über das man besser schweigen sollte? Oder sind Ihre Eltern oder Großeltern einfach nur zu bescheiden, wollen sich nicht in den Mittelpunkt stellen? Eins ist allerdings gewiss: Sie sind jetzt so weit gereift, dass Sie gerne mehr erfahren möchten. Vielleicht haben Sie Kinder, für die Sie die Erinnerung Ihrer Vorfahren bewahren möchten. In jedem Fall wissen Sie heute zu schätzen, was vor Ihnen geleistet wurde, wissen zu würdigen, dass die Verhältnisse früher anders waren als heute und sich ähnliche Probleme anders stellten.

Leider passiert es selten, dass man auf dem Dachboden stöbert und einem das Tagebuch der Großmutter oder die Briefe des Großvaters an seine Verlobte in die Hände fallen. Das ist, als ob man plötzlich in die Vergangenheit abtaucht, es ist eine andere Welt – geradezu traumhaft. Leider bleibt diese Erfahrung allzu oft ein schöner Traum. Denn viel häufiger ist es so, dass die Eltern plötzlich gestorben sind und viele Fragen für immer unbeantwortet bleiben. Wie war das im Krieg? Bei der Vertreibung? Beim Wiederaufbau? Hatte Großmutter nicht etwas vom Kaiser erzählt? Vom Kaiser!? Beugen Sie dieser Enttäuschung vor, indem Sie einfach fragen!

Wenn Sie die Geschichte Ihrer Eltern und Großeltern für das Familienerbe bewahren wollen, nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

<img class=”alignnone wp-image-475 size-full” src=”http://bennokirsch.de/wp-content/uploads/2017/06/Westfalen_zurueck_breit.jpg” alt=”” width=”840″ height=”370″ />

112 Seiten. Fester Einband. Auflage: 40 Exemplare.

Prägendes Ereignis für N. war die Flucht der Familie aus Schlesien in die Bundesrepublik. Sie landete in Westfalen, wo sie viele Jahre als Hausmädchen für eine wohlhabende Unternehmersfamilie arbeitete. <!–more–>Nachdem die Kinder „aus dem Haus“ und auch der Hausherr gestorben war, blieb sie ihrer Dame treu und pflegte sie bis zu ihrem Tod. Zeit ihres Lebens spielte die alte Heimat eine große Rolle. Ein Besuch in Polen in den achtziger Jahre half dabei, über den Schmerz des Verlustes hinwegzukommen.

Ich hatte ein längeres Gespräch mit der Dame in ihrem Haus. Ich fuhr morgens hin und abends wieder zurück. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir uns auch länger unterhalten, aber auch in diesem Fall gab es ausreichend Stoff für eine Autobiografie. Mir wurde deutlich, welche Ereignisse das Leben der Dame prägten und wie sie zu den Ansichten gekommen ist, die sie heute hat. Mir ist klargeworden, dass der Verlust der Heimat auch Jahre später noch eine offene Wunde sein kann. Auch wenn ich nicht in allem einer Meinung bin, bin ich dankbar für die Erzählung, die in dieser Weise sicherlich zig-fach erzählt werden kann, aber aus dem Munde eines Menschen einzigartig ist. Unten im Bild sieht man ein Dorf aus Schlesien, das natürlich nicht identisch mit dem Heimatdorf meiner Gesprächspartnerin ist.

<img class=”size-full wp-image-750″ src=”http://bennokirsch.de/wp-content/uploads/2017/08/Sienna_Glatzer_Schneegebirge.jpg” alt=”” width=”676″ height=”444″ /> Der Ort Sienna (dt. Heudorf) im Glatzer Schneegebirge. Foto: <a href=”https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Jacek_Halicki?uselang=de”>Jacek Halicki</a> / <a href=”https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2014_Sienna_01.jpg?uselang=de”>Wikimedia Commons</a> / <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de”>CC BY-SA 4.0</a>