Prinz Harry und Meghan Markle heiraten

Wenn am Samstag Prinz Harry Meghan Markle heiratet, kommt frischer Wind ins britische Königshaus. Sie ist US-Amerikanerin, von afro-amerikanischer Herkunft, Schauspielerin und Feministin.

Foto: Mark Jones / flickr.com / CC BY 2.0 (Ausschnitt)

Für Fans des britischen Königshauses steigt die Spannung an, denn am Samstag (19. Mai 2018) werden sich Prinz Harry und Meghan Markle das »Ja-Wort« geben und den »Bund fürs Leben« schließen. In der St. George‘s Kapelle auf Schloss Windsor wird die Zeremonie, die um 13 Uhr MESZ beginnt, vom Erzbischof von Canterbury vollzogen, danach werden die beiden in einer Kutsche zurück in den Kensington-Palast nach London fahren.

Prince Henry Charles Albert David of Wales (so lautet sein offizieller Name) ist der zweite Sohn von Prinz Charles, dem Thronfolger, und seiner bereits verstorbenen Mutter Lady Diana Spencer. In seiner Jugend machte er mit seinen Partybesuchen von sich reden, bei denen er als Minderjähriger verbotenerweise Alkohol trank und auch mal in einer Nazi-Uniform auftrat. In gewisser Weise ist er sich mit der seit 2016 bestehenden Verbindung zu Markle treu geblieben, denn die ist geschieden, was bis vor wenigen Jahren noch weitaus größeres Aufsehen erregt hätte.

Markle stammt aus einem bürgerlichen Elternhaus und arbeitete als Schauspielerin; mit der Heirat beendete sie ihre Karriere allerdings. Die Zustimmung zur Heirat mit ihr hat Prinz Harry von seiner Großmutter, der Königin Elisabeth II., bereits erhalten. Die war nötig, da die ersten sechs in der Thronfolge die Erlaubnis der Königin brauchen – und Harry ist der sechste. Vor ihm kommen sein Vater, sein Bruder William und dessen drei Kinder, also die 2013, 2015 und 2018 geborenen Nichten und Neffen Harrys.

Für den Boulevard ist die Hochzeit natürlich ein gefundenes Fressen, sie wird live im Fernsehen übertragen: »Es wird die royale Traumhochzeit des Jahres«, heißt es in der Ankündigung des ZDF, das nicht weniger als drei Experten für die Kommentierung des Ereignisses aufbieten wird. Besonders erfreut ist man über die unkonventionelle Art Markles, die nicht so steif ist wie in Großbritannien: »Anders als im Protokoll vorgesehen begrüßte sie die herbeigeeilten Angestellten, die sich um ihre Ankunft kümmern wollten, mit einer herzlichen Umarmung«, schwärmt Bunte.

Erstaunlicherweise selten erörtert wird, dass Markles Vater irisch-niederländischer herkunft ist, ihre Mutter aber eine Afro-Amerikanerin, deren Eltern 1865 aus der Sklaverei entlassen wurden. Mit ihrer Herkunft hat sie sich ebenso auseinandergesetzt wie mit feministischen Themen, weshalb man spekulieren kann, ob und inwieweit sich das Königshaus nun verändern wird. Wird, wie ein Kolumnist des Guardian fragt, die »gut ausgebildete, geschiedene farbige Frau und Feministin das Haus Windsor umwälzen?«

Wahrscheinlich nicht, meint Kehinde Andrews, der der »black studies« unterrichtet. Er hält schon die Frage nach Markles Herkunft für anstößig. Irgendwelche Folgen kann er nicht erkennen. Sie sei zwar »eine schöne Frau«, aber »keine dunkelhäutige Frau mit einem Afro. Sie sieht aus wie Pippa [Middelton, ihre künftige Schwägerin] und zieht sich an wie Diana.« Die Hochzeit ändere gar nichts. »Sie zeigt lediglich, dass Harry einen guten Frauengeschmack hat.«

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