Der VW Käfer rollt … schon lange nicht mehr

Vor 40 Jahren wurde die Produktion des VW Käfer in Deutschland eingestellt. Bis 2003 wurde es in Mexiko produziert. Das Auto ist schon lange Kult. Im »Golf« hat es einen würdigen Nachfolger gefunden.

VW Käfer
Foto: Jeremy from Sydney, Australia / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Es ist nun schon 40 Jahre her, dass der letzte VW Käfer die Produktionsstraße in einem deutschen Werk verließ: Am 19. Januar 1978 endete im Volkswagenwerk in Emden eine Epoche. Fast unverändert wurde er seit 1938 millionenfach gebaut. Doch der Abschied war eingeleitet; nur noch in Brasilien und Mexiko wurde der Klassiker noch hergestellt. Aber 2003 war auch damit Schluss. Der »Käfer« war Geschichte.

Der Vorläufer des Käfer entstand bereits 1925, als Béla Barényi ein Auto entwickelte, das Ferdinand Porsche in den dreißiger Jahren weiterentwickelte und zur Serienreife brachte. Es sollte preiswert und robust sein, und das war es auch. Allerdings verhinderte der Krieg ab 1939 die weitere Verbreitung des neuen Modells. Die Fabrik in Fallersleben stellte ihre Produktion auf Militärfahrzeuge um.

Nach dem Krieg lief die Produktion erst langsam an. 1945 wurden gerade einmal 55 Stück produziert – was angesichts der Überlegungen der britischen Besatzungsmacht, das Werk als Reparationsleistung zu demontieren, ein Erfolg war. Doch ab dann ging es immer weiter bergauf: 1946 lag die Zahl der hergestellten Fahrzeuge bereits bei 10.000 Stück. Am Ende sollten 21,5 Millionen Käfer verkauft werden.

Schon früh kam mit dem Cabrio eine besondere Variante auf den Markt. Auch der »Bulli« ist vielen noch als ansehnlicher, sympathischer Lieferwagen in Erinnerung. Überhaupt war das Design des Käfer so gefällig, dass es im Verlauf der Jahrzehnte kaum verändert wurde. Schon die Linienführung der Modelle der dreißiger Jahre hat große Ähnlichkeiten mit der der siebziger, und auch das Nachfolgemodell, der »Beetle«, vertraut auf die offensichtlich ewiggültige Grundform.

Angeblich hat Hollywood mit seinen Filmen wie »Ein toller Käfer« zur Popularität beigetragen. Das mag sein, aber als einzige Erklärung reicht das nicht aus. Denn bevor ein Auto eine prominente Rolle in einem Film erhält, muss es schon lange populär sein. Und das könnte im Falle des Käfer an der robusten Konstruktion und dem angenehmen Äußeren gelegen haben. Wer Sinn für Ästhetik hat, der muss ihn einfach mögen.

1974 wagte sich Volkswagen mit einem neuen Modell auf den Markt und bracht den »Golf« heraus. Es war ein kantiges Teil und insofern ganz anders als der Käfer. Aber auch der Gold setzte Maßstäbe in seiner Klasse – und wurde sogar zum Gattungsnamen, nämlich der »Golf-Klasse«. Das Wagnis des Wolfsburger Autobauers hatte sich also gelohnt, man hatte die Bedürfnisse der Kunden wieder getroffen. Auch wenn der Golf nie so charmant daherkam wie der Käfer, so hat er in ihm doch einen würdigen Nachfolger gefunden.

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