Unsere coolen Großeltern

Erst auf alten Fotografien sieht man, dass die eigenen Großeltern auch mal jung waren, attraktiv und voller Erwartungen an das Leben. Eine Galerie zeigt Bilder, auf denen sie unglaublich »cool« sind.

That moment when your gran starts dancing...
Foto: Neal Mundy / flickr.com / CC BY-ND 2.0

Im Zeitalter der Digitalfotografie ist die Kunst des Anlegens von Fotoalben auf dem absteigenden Ast. Wer unter vierzig ist, macht mit seinem Smartphone schnell ein Foto – und belässt es dort oder auf seinem heimischen PC. Aber dort bleibt es auch. Gleichwohl erfreuen sich alte Fotos von der Verwandtschaft großer Beliebtheit. Und da nimmt es nicht Wunder, dass eine Aktion des Online-Portals Bored Panda großen Zuspruch gefunden hat. Die Leser wurden gebeten, Fotos ihrer Großeltern einzuschicken, auf denen sie cool aussehen.

Die Bilderfolge »50+ Times People Realised Their Grandparents Were Cooler Than Them« ist im Ergebnis sehr unterhaltsam geraten. Es werden knapp 170 Fotos vorgestellt, die die Großeltern oder Urgroßeltern der Einsender zeigen: junge Menschen in zumeist inszenierten Bildern, die mit kurzen Kommentaren der Nachkommen versehen sind. Manchmal erfährt man auch, was die die Großeltern beruflich getan haben, welches Schicksal sie hatten, wie lange sie miteinander verheiratet waren oder wie alt sie geworden sind.

Am Rande bemerkenswert ist auch, was die Einsender für »cool« halten. Besonders häufig tragen auf den Bildern Maschinen zur Coolness bei, der Krieg, Zigaretten, Tiere oder Waffen. Dass der Zweite Weltkrieg so prominent ist, ist natürlich der Zeit geschuldet: Amerika war sowohl in Europa als auch im Pazifik der wichtigste Gegner Deutschlands und Japans. Fotos zeigen junge Männer am Tag ihrer Einberufung oder mit Autos, die sie »den Nazis gestohlen« hatten, oder – ein seltener Schnappschuss, nicht wie die meisten anderen Fotos inszeniert – die Flucht eines Piloten von seinem über dem Meer abgeschossenen Flugzeug.

Die Bilder sind allesamt interessant anzusehen; es gibt sorgsam inszenierte Fotos und Schnappschüsse. Vermutlich sämtlich von Amerikanern eingesandt, zeigen sie aber auch Bilder aus Finnland, Deutschland oder Fernost, also den Ländern, aus denen vermutlich die Familien der Einsender stammen. Die Kommentare zu den Bildern sind natürlich immer wohlwollend und respektvoll, manchmal vielleicht etwas dick aufgetragen. Der häufig auftauchende Begriff »Badass« bedeutet übrigens ungefähr »knallharter Typ«.

Die Galerie ist unterhaltsam anzusehen; die Überschriften sind nicht immer leicht zu verstehen, weil das für Überschriften verwendete Englisch wie immer sehr reduziert ist. Aber man braucht es nicht unbedingt, um sich an der Galerie zu erfreuen. In der Regel sind die Bilder auch ohne erläuternde Kommentare verständlich.

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