Dem Verlust der Gedächtnisleistung entgegenwirken

Damit das Gehirn auch im fortgeschrittenen Alter in seiner Leistung nicht nachlässt, braucht es keiner teuren Nahrungsergänzungsmittel. Sondern es reicht, sieben Tipps zu beherzigen, die wissenschaftlich getestet sind.

Gehirn
Historische Darstellung des menschlichen Gehirns. Foto: Wellcome Images / Wikimedia Commons / CC BY 4.0 (Ausschnitt)

Wie wichtig das Gehirn des Menschen ist, bemerkt man meistens erst, wenn es nicht mehr richtig funktioniert. Plötzlich kann man sich zum Beispiel an Namen nicht mehr erinnern – eine der augenfälligsten Anzeichen für das Nachlassen der Gedächtnisleistung. Dieser Prozess beginnt zumeist schon ab 40, kann aber in vielen Bereichen – zum Beispiel in der Arbeitswelt – kompensiert mit Erfahrung.

Was die kleinen Aussetzer angeht, so verspricht die Pharmaindustrie Abhilfe. Sie bietet den Betroffenen – also eigentlich allen – diverse Mittel an, die die Gedächtnisleistung untersützen sollen. Allerdings ist deren Nutzen umstritten. Und deshalb gilt es, sich immer wieder neu auf die bewährten und durch wissenschaftliche Studien gestützten Erkenntnisse zu besinnen, wie man das Gehirn auch im fortschreitenden Alter beweglich bleiben lässt.

  1. Es klingt banal, aber so ist es wohl: Wer regelmäßig Kreuzworträtsel löst, dessen Gehirn bleibt besser in Form – der Unterschied zu denen, die das nicht tun, beträgt bis zu zehn Jahre. Dass die Sprachintelligenz gefördert wird, lässt sich ebenfalls nachweisen.
  2. Für die Frauen gibt es eine gute und für die Männer zumindest keine schlechte Nachricht: Alkohol und Koffein – in Maßen genossen – steigert die Gehirnfunktion bei Frauen, während sie sich bei Männern zumindest nicht nachteilig auswirkt. Abstinenz hingegen schon. Es ist eine erfreulicher Erkenntnis: Das Gehirn verlangt nicht, dass man sich kasteit.
  3. Körperliche Aktivitäten wie Sport oder – ja, auch das – Sex wirken sich positiv auf das Gehirn aus. Dabei muss man nicht besonders intensiv trainieren, sondern kurze Trainingseinheiten reichen völlig aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
  4. Besonders hilfreich ist es, Musik zu machen: ein Instrument spielen oder in einem Chor singen. Da das nicht jedermanns Sache ist, kann man sich auch darauf beschränken, Musik passiv zu hören. In einer Studie hat sich gezeigt, dass das Lauschen buddhistischer Sprechgesänge die Gehirnfunktion verbessert. Es kann hoffentlich auch Bach, Mozart oder Schönberg sein.
  5. Ebenfalls wichtig ist es, soziale Kontakte zu pflegen. Familie, Freunde, irgendwelche Aktivitäten – wer nicht allein bleibt, trainiert sein Gehirn. Insofern sollte man raus aus den eigenen vier Wänden und sich in die Gesellschaft anderer Menschen begeben. Übrigens hat man auch von der segensreichen Wirkung des Kontakts mit Hunden gehört.
  6. Und schließlich hat sich als besonders günstige Ernährung die Küche des Mittelmeers herausgestellt: Fisch, Gemüse, Nüsse und Olivenöl wirken sich positiv auf das Gehirn aus. Sollte man also seine Ernährung umstellen? Das ist vielleicht eine Überlegung wert.

Diese Ratschläge sind wissenschaftlich begründet. Das heißt, dass ein Zusammenhang getestet und gemessen werden konnte. Was hingegen keinen wissenschaftlich getesteten Nutzen hat, sind die vielen Nahrungsergänzungsmittel, die es für kleines oder großes Geld zu kaufen gibt. Wer also dem Abbau der Gehirnfunktion im Alter vorbeugen will, der braucht gar nicht viel zu tun und gar nicht viel Geld ausgeben, um den gewünschten Effekt zu erreichen.

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