Das Bücher-Leben einer Kulturpolitikerin

Monika Grütters stellt neun Bücher vor, die für sie in verschiedenen Lebensphasen wichtig waren. Ihre Liste regt an, selber aufzuschreiben, welche Bücher und Autoren einen geprägt haben.

Foto: Christof Rieken / monika-gruetters.de

Für die Tageszeitung »Die Welt« hat Monika Grütters, die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien, ihre ganz persönliche Lesebiografie aufgeschrieben. Sie führt darin die neun wichtigsten Bücher aus unterschiedlichen Lebensphasen auf. Dass es sich bei dieser Liste nur um eine Auswahl handelt, die sich morgen ändern kann, und dass es außerdem mehr als neun Bücher waren, die sie geprägt haben, darf angenommen werden.

Grütters wurde 1962 in Münster geboren und studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft. Sie arbeitete im Kultur- und Medienbereich und fand als aktives CDU-Mitglied rasch den Weg in die Politik. Beim Berliner Senat wurde sie Pressesprecherin und war zwischen 1995 und 2005 Mitglied des Abgeordnetenhauses. Danach wurde sie Mitglied des Deutschen Bundestages, wo sie sich wieder als Kulturpolitikerin profilierte. 2016 wurde sie zur Bundesbeauftragten mit Sitz im Kanzleramt ernannt.

Grütters ist eine zupackende Frau, was jeder bestätigen kann, der sie erlebt hat. Von Freund und Feind geschätzt und geachtet, geht sie ihre Aufgaben mit Umsicht und Weitblick an. Zum Ausdruck kommt das unter anderem darin, dass sie Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen im Blick behält und weder Moderne noch Klassik bevorzugt. Und immer wieder fällt sie durch ihre Belesenheit auf: Bücher sind ihre »Lebensbegleiter«, die Autoren ihre Freunde und Vertraute.

»Bücher sind mein Leben«, schreibt Grütters, und man spürt das. Ihre Liste wichtiger Bücher kann man natürlich nicht bewerten, weil sie so individuell ist. Aber sie ist wie so viele andere Listen reizvoll zu studieren, weil man sie mit den eigenen Lesefrüchten abgleichen kann. Habe ich dieselben Erfahrungen gemacht? Warum hat sie dieses Buch aufgeführt und das andere, das mich so geprägt hat, nicht? Ottfried Preußlers »Die kleine Hexe« und Karl Mays »Winnetou« – da können viele sicherlich »mithalten«. Aber dann gehen die Wege vermutlich schon auseinander. Was nicht verwundern kann, denn Grütters ist eine echte Expertin auf dem Gebiet der Literatur.

Ich gestehe, dass ich Preusslers »Die kleine Hexe« nicht gelesen habe, dafür hat mich aber sein »Krabat« sehr beeindruckt. Von Karl May habe ich auch viel gelesen und John Irvings »Owen Meany« hat mir um einiges besser gefallen als »Hotel New Hampshire«. Von Inge Merkel und Dave Eggers habe ich noch nie etwas gehört, und dass »Tschick« ein Jugendbuchklassiker ist, habe ich erst vor kurzem von einem Freund erfahren. Aber genau darum geht es ja: um eine Anregung. Vielleicht sollte ich meine eigene Liste von Büchern erstellen, die mich durchs Leben begleitet haben.

Foto: Christof Rieken / monika-gruetters.de

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